Jobbörse


Sozialpädagogische/r Kinder- und JugendbetreuerIn gesucht!

PsychotherapeutInnen gesucht !

mehr


JUNO, Pilotprojekt Grabenstraße 90b

Wir sehen im Pilotprojekt Grabenstraße 90 b die Chance, eine stationäre Einrichtung zu schaffen, die es Kindern, Jugendlichen und deren Familien ermöglicht, ihre eigenen Lebensentwürfe und Ziele zu erreichen, ihre Vorstellungen von einem „gelingenden Leben“ und in ihrem sozialen Umfeld eingebunden zu leben, was zum Gelingen einer positiven Lebensgestaltung beiträgt.

Nicht der betroffene Mensch ist der Fall, sondern die gesamte Lebenssituation, in der er sich befindet. Eine so verstandene Soziale Arbeit hat die Lebenswelt und auch den sozialräumlichen Bezug der jeweiligen Familie nicht nur im Blick, sondern sieht sie als Chance für professionelles Handeln.

Die Tatsache, dass herausfordernde Minderjährige oft wieder auf ihr Familiensystem zurückgreifen, zeigt, dass auch im stationären Bereich dem Erhalt der Familie stärkeres Gewicht zugemessen werden muss. Eine Kooperation auf Augenhöhe bedeutet, dass Eltern im gesamten Prozess als Partner im Erziehungsgeschehen gesehen werden und im Alltagsgeschehen des Hauses einbezogen werden bis hin zu  der Möglichkeit, ein Kind auch gemeinsam mit seiner Familie aufzunehmen, um kurzfristig ein sicheres Umfeld zu schaffen und eine Krisensituation zu entschärfen. Im Mittelpunkt stehen das Erlernen von Selbstbestimmung und Alltagskompetenzen und der verantwortungsvolle Umgang mit den Kindern/Jugendlichen.

Übergänge zwischen ambulanten und stationären Betreuungskontexten bedeuten oft Krisen für Kinder und Jugendliche und deren Familie. Unterschiedliche Settings von stationärer, ambulanter und mobiler Unterstützungsform sollen ineinandergreifen und ein durchlässiges System bilden. Durch dieses durchlässige Bezugsbetreuungssystem kann gewährleistet werden, dass es nicht zu einem Betreuungs(ab)bruch kommt. So kann eine konstante Bezugsbetreuung über die Schnittstelle stationär/ambulant hinaus diese Situation deutlich entschärfen und z.B. die Rückführung des/der Kinder und Jugendlichen in das Familiensystem oder den Übergang in den mobilen Bereich gut begleiten.

Neben einer fallbezogenen engen Kooperation mit dem Jugendamt während des gesamten Hilfeverlaufs, findet eine Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen und Diensten innerhalb und außerhalb des Hauses fallorientiert, fallunspezifisch und fallübergreifend statt. Die ressourcenorientierte Arbeit im stationären Bereich basiert auf forschungsgestützten Erkenntnissen, insbesondere dem Wechsel von einer Defizitlogik hin zur Ressourcenorientierung. Ausgangslage ist die grundsätzliche Position des Respekts vor der Andersartigkeit von Lebenslagen und Lebensformen.

Die Kooperation mit den Erziehungsberechtigten bzw. mit dem Herkunftssystem der Kinder und Jugendlichen erfordert eine gleichwertige, wertschätzende und akzeptierende Zusammenarbeit zwischen Familie, Kindern/Jugendlichen und ProfessionalistInnen. Andererseits aber müssen gemeinsam vereinbarte Regelungen klar definiert und nachvollziehbar sein. Beteiligungen, Abläufe und Rituale hingegen können von den ProfessionalistInnen immer wieder neu verhandelt und bedarfsorientiert abgeändert werden, um so den Alltag lebendig zu gestalten. wie z.B. Zahnarzttermine, die von Eltern wahrgenommen werden oder worauf am Wochenende zu Hause geachtet werden muss usw..

                                                                                                                              

Der ressourcenorientierte Blick der Fachkräfte sieht Familien eingebettet in ihre Möglichkeiten, Stärken und Bezüge. Diese Abkehr von der Orientierung auf die Defizite und Mängel des Einzelnen wird verbunden mit einem Blick auf die Ressourcen des sozialen Umfelds. Ganz im Sinne von Diversity und Inklusion werden milieunahe und somit lebensnahe Lösungen befürwortet.

Unsere Arbeit setzt am Veränderungswillen jedes einzelnen Familienmitglieds an. Eltern begreifen in unserem Setting, dass sich Verhaltensweisen ihrer Kinder dann ändern, wenn sie auf diese einwirken. Der Alltag der Einrichtung fordert von Eltern und deren sozialem Netz so viel Beteiligung wie möglich. Trotz - und gerade aufgrund schwieriger Beziehungen zwischen Eltern und ihren Kindern - richten sich unsere Aktivitäten darauf, emotionale Bindungen zu Familienangehörigen zu „entstören“ und zu reaktivieren. Durch die sozialpädagogische Ausrichtung unserer Tätigkeit wird die Interaktion zwischen Jugendlichem, Umfeld (Familie, Schule etc.) und Betreuungspersonal ins Blickfeld gerückt.